Laser oder Venenkleber – Welche Behandlung eignet sich bei Krampfadern?
Die Behandlung von Krampfadern hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Während früher häufig eine operative Entfernung der Vene durchgeführt wurde, stehen heute verschiedene minimalinvasive Verfahren zur Verfügung. Zu den bekanntesten zählen die endovenöse Lasertherapie und der Venenkleber (Cyanoacrylat).
Doch worin unterscheiden sich die beiden Verfahren? Welche Vorteile und Nachteile gibt es? Und welche Erkenntnisse liefern aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen?
Wie funktioniert die Behandlung mit Venenkleber?
Bei der Venenkleber-Behandlung wird ein medizinischer Cyanoacrylat-Kleber über einen Katheter in die erkrankte Vene eingebracht. Der Kleber verschließt die Vene dauerhaft, sodass das Blut über gesunde Venen umgeleitet wird.
Ein Vorteil dieses Verfahrens ist, dass meist keine Tumeszenzanästhesie erforderlich ist.
Wie funktioniert die Lasertherapie?
Bei der endovenösen Lasertherapie wird eine feine Laserfaser in die Vene eingeführt. Durch die kontrollierte Abgabe von Laserenergie wird die Venenwand thermisch behandelt. Dadurch verschließt sich die Vene und wird vom Körper in den folgenden Monaten abgebaut.
Die Lasertherapie zählt heute zu den etablierten minimalinvasiven Verfahren zur Behandlung von Krampfadern.
Laser und Venenkleber im direkten Vergleich
| Lasertherapie | Venenkleber |
|---|---|
| Keine Fremdmaterialien verbleiben dauerhaft im Körper | Medizinischer Kleber verbleibt zunächst in der behandelten Vene |
| Langjährig etabliertes Verfahren | Neueres Verfahren |
| Sehr gute wissenschaftliche Datenlage | Gute Datenlage, jedoch weniger Langzeitdaten |
| Präzise Energieabgabe | Chemischer Verschluss der Vene |
| Geeignet für unterschiedliche Venendurchmesser | Je nach Anatomie unterschiedlich geeignet |
Aktuelle wissenschaftliche Diskussion
In den vergangenen Jahren wurde die Behandlung mit Venenkleber intensiv wissenschaftlich untersucht.
Dabei wurden unter anderem folgende Themen diskutiert:
- lokale Entzündungsreaktionen
- Fremdkörperreaktionen
- allergische Reaktionen
- Langzeitverhalten des Klebers
- Abbauprodukte des verwendeten Cyanoacrylats
Eine im Jahr 2026 veröffentlichte Laborstudie zeigte, dass beim Abbau verschiedener medizinischer Cyanoacrylat-Kleber Formaldehyd entstehen kann. Die Autoren weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass weitere klinische Untersuchungen notwendig sind, um die Bedeutung dieser Ergebnisse für Patientinnen und Patienten zu bewerten.
Was bedeutet das für Patienten?
Die aktuelle Studienlage bedeutet nicht, dass eine Behandlung mit Venenkleber nachweislich Krebs verursacht.
Vielmehr untersuchen Wissenschaftler derzeit, welche biologischen Auswirkungen die beim Abbau entstehenden Stoffe langfristig haben können. Bis belastbare klinische Daten vorliegen, lässt sich daraus keine Aussage über ein erhöhtes Krebsrisiko beim Menschen ableiten.
Wann kann die Lasertherapie Vorteile bieten?
Die endovenöse Lasertherapie kommt ohne dauerhaft verbleibende Klebstoffe aus. Stattdessen wird die Vene durch kontrollierte Wärme verschlossen und anschließend vom Körper schrittweise abgebaut.
Für viele Patientinnen und Patienten stellt sie deshalb eine bewährte und etablierte Behandlungsoption dar. Welche Methode im Einzelfall geeignet ist, sollte nach einer ausführlichen Untersuchung gemeinsam mit einer erfahrenen Gefäßspezialistin oder einem Gefäßspezialisten entschieden werden.
Fazit
Sowohl die Lasertherapie als auch der Venenkleber gehören zu den modernen minimalinvasiven Verfahren der Krampfaderbehandlung.
Während die Lasertherapie seit vielen Jahren etabliert ist und ohne dauerhaftes Fremdmaterial auskommt, wird beim Venenkleber derzeit intensiv erforscht, welche Bedeutung die langfristigen Abbauprozesse des Klebers haben könnten.
Die Wahl des geeigneten Verfahrens sollte daher immer individuell erfolgen und auf einer sorgfältigen ärztlichen Beratung basieren.


