Im Interview Dr. med. Nomita Harter
Dr. med. Nomita Harter rät einigen Patientengruppen besonders zur minimal-invasiven Lasertherapie
Frau Dr. med. Nomita Harter verstärkt seit Beginn des Jahres 2025 das Team der Praxisklinik Titisee-Neustadt und erweitert das Behandlungsspektrum der Praxis um die ELVeS® Lasertherapie im Bereich der Phlebologie.
Frau Dr. Harter, Sie haben im Januar 2025 Ihre Tätigkeit in der Praxisklinik Titisee-Neustadt begonnen und waren zuvor als Oberärztin im Ortenau Klinikum tätig, auf welchem Fachgebiet liegt Ihr Behandlungsschwerpunkt?
Ich bin Fachärztin für Gefäßchirurgie und in der Praxisklinik ist mein Behandlungsschwerpunkt unter anderem die Phlebologie. Dies beinhaltet Diagnostik und Behandlung von Venenerkrankungen. Dazu gehören unter anderem Krampfadern (Varizen), Besenreiser und andere venöse Erkrankungen wie z.B. eine Thrombose. Erkrankungen des arteriellen Systems sowie der Lymphbahnen sind ebenfalls Behandlungsschwerpunkte.
Unser Ziel ist es, die Gesundheit der Venen zu fördern, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Sie behandeln Venenerkrankungen unteranderem mit der minimal-invasiven Lasertherapie. Wo sehen Sie die Vorteile dieser Therapie?
Ein wesentlicher Vorteil der endovenösen Lasertherapie ist die schnelle Erholungszeit für die Patienten. Die meisten Patienten können ihre gewohnten Aktivitäten kurz nach der Behandlung wieder aufnehmen. Zudem sind die kosmetischen Ergebnisse in der Regel sehr zufriedenstellend, da keine großen Schnitte notwendig sind und somit kaum sichtbare Narben zurückbleiben.
Viele Patienten berichten zudem von weniger Schmerzen während und nach dem Eingriff im Vergleich zu herkömmlichen Operationen. Das Risiko von Komplikationen wie Infektionen oder Blutungen ist geringer als bei offenen chirurgischen Verfahren.
Gibt es Patientengruppen oder Befunde, bei denen Sie besonders zu minimal-invasiven Therapien raten und warum?
Ja bestimmt! Es gibt beispielsweise Patienten mit Kontraindikationen für chirurgische Eingriffe z.B. gesundheitliche Probleme oder anderen Faktoren wie die Einnahme einer dauerhaften Blutverdünnung. Hier kann schonend auch in Lokalanästhesie operiert werden. Die Blutverdünnung muss nicht pausiert werden.
Patienten, die zu Wundheilungsstörung neigen z.B. bei Adipositas oder Diabetes mellitus, profitieren ebenfalls deutlich von einem minimal-invasivem Eingriff, da keine größere Schnitte notwendig sind.
Welche anderen Behandlungsmöglichkeiten für Venenerkrankungen bieten Sie an?
Wir bieten neben den endovenösen Verfahren auch noch die „klassische“ Operation, das sogenannte Venen-Stripping an. Dabei wird die betroffene Vene chirurgisch entfernt, was insbesondere bei einem großen Venendurchmesser effektiv sein kann.
Um kosmetisch störende Besenreiser, kleinere Krampfadern und erweiterte Brückenvenen, sogenannte Perforansvenen zu verschließen, wenden wir auch die Schaumsklerosierung (Schaumverödung) an. Der Schaum zerstört die Vene und verschließt diese im Optimalfall dauerhaft. Wird die Schaumverödung als alleinige Therapie angewendet, ist hierzu weder eine Narkose noch eine örtliche Betäubung notwendig.
Wenn sich ein Patient für eine minimal-invasive Laserbehandlung entscheidet, kann die Behandlung dann direkt bei Ihnen in der Praxisklinik durchgeführt werden und wie lange dauert sie?
Die Operation wird in unserer Praxis durchgeführt. Zunächst erfolgen eine ausführliche Anamnese und Untersuchung. Danach werden gemeinsam die Therapieoptionen besprochen. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff erfolgt vorab eine ausführliche Aufklärung über den operativen Eingriff. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten einer minimal-invasiven Therapie. Auch das muss im Vorfeld abgeklärt werden. Dann wird ein Termin für die Operation vereinbart.
Die Operation selbst dauert im Schnitt ca. 45 Minuten. Das ist aber auch abhängig von der Ausprägung der Krampfadern. Nach der Operation kann sich der Patient in unserem praxiseigenen Aufwachraum erholen und darf dann die Klinik wieder verlassen. Am Folgetag führen wir in der Regel die erste Kontrolluntersuchung durch.
Wie lang sind im Normalfall die Ausfallzeiten und wie sieht die Nachbehandlung aus?
Die Ausfallzeit nach einer endovenösen Lasertherapie (EVLT) ist in der Regel relativ kurz. Viele Patienten können am selben Tag wieder ihren normalen Aktivitäten nachgehen, allerdings wird empfohlen, für einige Tage starke körperliche Anstrengungen und langes Stehen oder Sitzen zu vermeiden. Leichte körperliche Bewegung, wie z.B. Spazieren gehen, ist aber durchaus förderlich für die Heilung und die Patienten werden von uns dazu ermutigt.
In der Nachbehandlung empfehlen wir für einige Tage Kompressionsstrümpfe zu tragen, um die Blutzirkulation zu unterstützen und Schwellungen zu reduzieren. In den ersten Wochen nach der Operation sollte auf heiße Bäder, Saunen oder intensive Sonnenbäder verzichtet werden.
Am ersten Tag nach der Operation, erfolgt eine Kontrolle des operativen Ergebnisses auch mittels Ultraschall. Nach 10 Tagen kann eine erneute Vorstellung vereinbart werden.


